verschlafenes Wochenende

Letztes Wochenende wollte ich eigentlich mit Julia nach Canoa fahren, jedenfalls hatten wir es so am Freitag besprochen. Doch wie immer hier in Ecuador kamm man sich auf nichts verlassen und es kommt immer anderes als man denkt.

Irgendwie kann ich mich nicht mit dem Warten und der Spontanität anfreunden.

Wie gesagt geplant war ein Trip nach Canoa. Aber der wurde aus technischen Gründen erstmal von Samstag auf Sonntag verschoben. Da ich mit Julia abgesprochen habe, dass sie sich bei mir melden wird, habe ich den gesamten Samstag im Bett gelegen, ferngesehen und auf den Anruf gewartet. Der kam dann so gegen 4 Uhr nachmittag. Wir sind dann aber abends nach Atamaces gefahren und haben mit Camilla und Emma undein paar Freunden von Julia in einer Strandbar relativ viele Tequilas getrunken, viel geredet und ein bisschen zu spätere Stunden getanzt.

'Emma und Camila' von Enrico

Wie vorauszusehen war natürlich der geplante Abfahrszeitpunkt am Sonntag morgen nicht einzuhalten. Und auch am Sonntag wartet ich bis zum Nachmittag auf einen Anruf von Julia bis ich erfahren habe, dass wir nicht mehr nach Canoa fahren. „Aber wir könnten ja immer noch am Montag nach Mompiche fahren oder wo anderes hin.“ sagte sie dann am Telefon. Dazu muss man sagen am Montag war frei. Sonntags haben wir es aber tatsächlich geschafft nochmals nach Atacames zu fahren. Leider habe ich dort mein Handy verloren. Was ich dann abends zu hause erst gemerkt habe.

Somit konnte mich Julia am Montag nicht zu hause anrufen, da sie ja nicht wusste, dass ich kein Handy mehr hatte. Auch die anderen, die mich am Montag versuchten zu sprechen, wurden mit einer Absage durch meinen Telefonanbieter abgespeist. Also wurde am Montag auch nicht viel gemacht. Ich bin dann nur abends zum Volleyball gegangen.

Dafür das wir 3 Tage in Canoa bleiben wollte, sind dann letztendlich nur 2 mal Atacames und einmal Volleyballs spielen geworden. Ich finde es eine traurige Billanz.

Warten auf Spontanität

Heute greife ich mal den Artikel von Annika auf, die mit mir hier in Ecuador ist. Leider wohnt und arbeitet sie in Guayaquil. Letztes Wochenende war sie und Tim bei uns in Esmeraldas zu Besuch.

Es war ein schönes Wochenende. Wir hatten viel Spaß und haben einiges unternommen. Aber es hätte auch noch schöner sein können, denn hier in Ecuador wartet man irgengwie immer. Auf der anderen Seite sind die Ecuadorianer auch ziemlich spontan und haben kaum Zeit etwas abzuwarten.

Hier ein paar kurze Beispiel frei aus dem Leben gegriffen.

Die Zeit des Wartens

  1. Sagen wir man verabredet sich für 7 Uhr abends an einen Platz, dann ist es hier in Ecuador so, dass man grundsätzlich eine halbe Stunde später erst ankommt.
  2. Auf der Arbeit, also in der Fundacion kommen wir morgens gegen 8 Uhr an. Angefangen wird aber meistens nicht vor 8:30 Uhr. in dieser halben Stunden steht man einfach nur so rum, erzählt sich was und / oder isst ein Eis.
  3. Ähnlich ist es vor dem Mittagessen in der Fundacion, welches gegen 11 Uhr stattfindet. Es gibt Tage da wird, ohne ersichtlichen Grund, schon um 10:15 Uhr mit dem Training Schluss gemacht.

Die Zeit für Spontanitäten

  1. Letzte Woche bekam ich morgens einen Anruf, dass nachmittags keine Unterricht im Colegio stattfindet. Es war ca. eine Stunde bevor ich dort hin fahren wollte.
  2. Davor die Woche ist Montags der Bus zur Fundacion nicht gekommen. Als ich dann mit dem “Linienbus” allein dahin gefahren bin, sagte man mir heute gibt es nichts zu arbeiten. Achso und die nächsten beiden Tage auch nicht. Erst am Donnerstag wieder.
  3. Am Abend vor dem Ausflug nach Mompiche, wurde ich gefragt ob ich mit dorthin möchte. Das klingt jetzt nicht super spontan, aber ich war erst seit 2 Wochen hier in Esmeraldas, meine damalige Familie ist nicht mitgekommen und ich sollte mit einer fremden Familie dorthin fahren.

Passend dazu sind natürlich die unzähligen Kommunikationsprobleme zwischen den Leuten hier und mir. Auch dazu hat Tim schon einen netten Beitrag geschrieben.