Sorglosigkeit

Nochmals bezugnehmend auf den ersten Bericht über Rücksichtslosigkeit von Annika, dem folgendem Bericht von Tim und meinen, möchte ich heute ein weiteren Gedanken loswerden.

Die große Frage die ich mir bei solchen Unterschieden stelle, ist: Warum sind wir wie wir sind und die anderen ganz anders?

Ich glaube zwar nicht, dass mein Erklärungsversuchs das absolute Gelbe vom Ei ist. Aber ich glaube schon, dass das ein Funken Wahrheit drin ist.

Warten auf Spontanität

Heute greife ich mal den Artikel von Annika auf, die mit mir hier in Ecuador ist. Leider wohnt und arbeitet sie in Guayaquil. Letztes Wochenende war sie und Tim bei uns in Esmeraldas zu Besuch.

Es war ein schönes Wochenende. Wir hatten viel Spaß und haben einiges unternommen. Aber es hätte auch noch schöner sein können, denn hier in Ecuador wartet man irgengwie immer. Auf der anderen Seite sind die Ecuadorianer auch ziemlich spontan und haben kaum Zeit etwas abzuwarten.

Hier ein paar kurze Beispiel frei aus dem Leben gegriffen.

Die Zeit des Wartens

  1. Sagen wir man verabredet sich für 7 Uhr abends an einen Platz, dann ist es hier in Ecuador so, dass man grundsätzlich eine halbe Stunde später erst ankommt.
  2. Auf der Arbeit, also in der Fundacion kommen wir morgens gegen 8 Uhr an. Angefangen wird aber meistens nicht vor 8:30 Uhr. in dieser halben Stunden steht man einfach nur so rum, erzählt sich was und / oder isst ein Eis.
  3. Ähnlich ist es vor dem Mittagessen in der Fundacion, welches gegen 11 Uhr stattfindet. Es gibt Tage da wird, ohne ersichtlichen Grund, schon um 10:15 Uhr mit dem Training Schluss gemacht.

Die Zeit für Spontanitäten

  1. Letzte Woche bekam ich morgens einen Anruf, dass nachmittags keine Unterricht im Colegio stattfindet. Es war ca. eine Stunde bevor ich dort hin fahren wollte.
  2. Davor die Woche ist Montags der Bus zur Fundacion nicht gekommen. Als ich dann mit dem “Linienbus” allein dahin gefahren bin, sagte man mir heute gibt es nichts zu arbeiten. Achso und die nächsten beiden Tage auch nicht. Erst am Donnerstag wieder.
  3. Am Abend vor dem Ausflug nach Mompiche, wurde ich gefragt ob ich mit dorthin möchte. Das klingt jetzt nicht super spontan, aber ich war erst seit 2 Wochen hier in Esmeraldas, meine damalige Familie ist nicht mitgekommen und ich sollte mit einer fremden Familie dorthin fahren.

Passend dazu sind natürlich die unzähligen Kommunikationsprobleme zwischen den Leuten hier und mir. Auch dazu hat Tim schon einen netten Beitrag geschrieben.