Ein Volk ist unterwegs

Am Samstag war, so hatte es den Anschein, ganz Esmeraldas auf den Beinen und wanderte am Strand von Esmeraldas nach Atacames. Die Aktion lief unter dem Namen „Caminata de la vida“, also „Wanderung des Lebens“. Bei mir hatte es zum Schluß nur noch das Motto „Überlebenslauf“.

'Caminata de la vida' von Enrico

Pueblo bedeutet Volk, aber auch gleichzeitig Dorf und so passt es als Beschreibung für Esmeraldas, dass das gesamte Volk des Dorfes Esmeraldas für ihe Leben wandert.

'Caminata de la vida' von Enrico

Normalerweise ist der Strandabschnitt zwischen Esmeraldas und Atacames vom Militär gesperrt. Aber einmal im Jahr öffnen sie die Absperrungen und man kann zum 27 km entfernten Atacames wandern. Was dann auch alle machen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Zusammen mit Victor, Monica und 2 kleine Freundinnen, Gabi und Monica, von Monica, sind wir dann von 8:00 Uhr bis 14:30 Uhr den Weg gegangen. Am Anfang noch sehr heiter und fröhlich, später wollten wir nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Es ist sehr schön barfuß am Strand entlang zu laufen, wenn es sich um eine halbe Stunde handelt, wenn es sich aber, wie bei uns, um 5½ Stunden handelt, wird es schon schwieriger und ich bekomme dann Blasen unter den Füßen. Jeweils links und rechts eine, direkt auf dem Fußballen. Dann wird natürlich jede Tour zur Tortur und man möchte nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

weitere Fotos gibt es wie immer bei sevenload im Album.

Konzentrationsschwierigkeit

Dieses Wochenende hatten wir unsere 2. Reunion. Dieses mal sind wir nicht nach Santo Domigo gefahren, sondern nach Tonsupa ganz in der Nähe von Atacames. Auch waren dieses mal nicht die anderen aus Quito mit dabei, sondern wir waren nur zu fünft, also Emma, Camilla, Frixon (unserer lokaler Koordinator) und ich, später kam dann noch Sybille hinzu.

Wie immer bei solchen Treffen wird viel über unsere Situation in der Familie und in unserem Projekten geredet. Zusätzlich werden kleine oder auch größere Aufgaben gelöst. Wir mussten z.B. einen Fragentest machen, in dem 12 Fragen über Ecuador auf uns warteten. Natürlich haben Sybille, sie hat ihren ecuadoranischen Freund zwischendurch angerufen, und ich gewonnen. Bis heute warten wir noch auf unseren versprochenen Gewinn.

Jedenfalls hatten wir wieder sehr viel zu tun, doch leider konnte ich mich am Samstag auf nichts richtig konzentrieren. Ich habe kein einziges Wort verstanden und dabei haben sich Frixon, der alles auf Spanisch erzählte, Camilla und Emma, die es dann mit Englisch versuchten, wirklich viel Mühe gegeben. Es war für mich total schwierig ihnen zu folgen und Sybille war noch nicht da, um mir mit Deutsch zu helfen. Es war super seltsam, ich habe einfach nichts übersetzen können. Selbst die einfachsten Wörter habe ich zwar gehört aber ich konnte sie nicht übersetzen. Es war als könnte ich die Sprache nicht, weder Englisch noch Spanisch und selbst das Reden fiel mir schwer.

Später kam dann Sybille und sie hat mir alles ins Deutsche übersetzt, aber selbst da fiel es mir noch schwer Antworten auf die gestellten Fragen zu finden. Ich konnte nicht einmal im Deutschen etwas schreiben, um es dann ins Spanische zu übersetzen. Es ging einfach garnichts. Ich war total frustriert und wütend auf mich. Mir kamen dann sogar die Tränen, weil nichts funktionierte und ich so wütend auf mich war.

Später sind wir dann noch nach Atacames in eine Strandbar gegangen, aber ich hatte durch die Ereignisse tagsüber einfach zu nichts richtig Lust. Ich wollte mich am liebsten im Hotelzimmer verstecken und alleine sein. Die anderen gaben sich wirklich viel Mühe mit mir, aber je mehr sie versuchten mich aufzumuntern um so trauriger wurde ich darüber. Alles ging mir viel zu schnell, selbst das reden auf Deutsch war total anstrengend.

Zum Glück wurde es am nächsten Tag viel besser. Es machte dann auch wieder Spaß mit den anderen auf Englisch und auf Spanisch zu reden.

verschlafenes Wochenende

Letztes Wochenende wollte ich eigentlich mit Julia nach Canoa fahren, jedenfalls hatten wir es so am Freitag besprochen. Doch wie immer hier in Ecuador kamm man sich auf nichts verlassen und es kommt immer anderes als man denkt.

Irgendwie kann ich mich nicht mit dem Warten und der Spontanität anfreunden.

Wie gesagt geplant war ein Trip nach Canoa. Aber der wurde aus technischen Gründen erstmal von Samstag auf Sonntag verschoben. Da ich mit Julia abgesprochen habe, dass sie sich bei mir melden wird, habe ich den gesamten Samstag im Bett gelegen, ferngesehen und auf den Anruf gewartet. Der kam dann so gegen 4 Uhr nachmittag. Wir sind dann aber abends nach Atamaces gefahren und haben mit Camilla und Emma undein paar Freunden von Julia in einer Strandbar relativ viele Tequilas getrunken, viel geredet und ein bisschen zu spätere Stunden getanzt.

'Emma und Camila' von Enrico

Wie vorauszusehen war natürlich der geplante Abfahrszeitpunkt am Sonntag morgen nicht einzuhalten. Und auch am Sonntag wartet ich bis zum Nachmittag auf einen Anruf von Julia bis ich erfahren habe, dass wir nicht mehr nach Canoa fahren. „Aber wir könnten ja immer noch am Montag nach Mompiche fahren oder wo anderes hin.“ sagte sie dann am Telefon. Dazu muss man sagen am Montag war frei. Sonntags haben wir es aber tatsächlich geschafft nochmals nach Atacames zu fahren. Leider habe ich dort mein Handy verloren. Was ich dann abends zu hause erst gemerkt habe.

Somit konnte mich Julia am Montag nicht zu hause anrufen, da sie ja nicht wusste, dass ich kein Handy mehr hatte. Auch die anderen, die mich am Montag versuchten zu sprechen, wurden mit einer Absage durch meinen Telefonanbieter abgespeist. Also wurde am Montag auch nicht viel gemacht. Ich bin dann nur abends zum Volleyball gegangen.

Dafür das wir 3 Tage in Canoa bleiben wollte, sind dann letztendlich nur 2 mal Atacames und einmal Volleyballs spielen geworden. Ich finde es eine traurige Billanz.

In einer Badewanne schwimmen

Heute waren wir, dass heißt meine Gastmutter Aida, ihre Tochter Tatjana, mit ihrem Mann Johann, den beiden Söhnen Matu (2 Jahre) und Kevin (8 Jahre) und ich, in Sue am Strand. Sue liegt ganz in der Nähe von Atacames und in vielen Reiseführern steht, dass dort die schönsten Strände in ganz Ecuador gibt.

Sie hatten nicht unrecht mit dem was die Autoren in ihren Reiseführern über die Stände 30 Km südlich von Esmeraldas so schreiben. Der Strand an dem wir waren war wirklich wunderschön. Er war zwar nicht super breit, so 15 m und auch nicht sonderlich lang. Ich schätze mal 2 Km. Aber der Sand bestand aus super feinen Körnern, wunderbar zum Barfusslaufen und wunderbar fein um über all hinzu kriechen. Diejenigen von euch die mich kennen, wissen dass ich solchen Sand eigentlich hasse. Diesmal was es aber anderes.

Ich habe mich recht wohl gefühlt, auch wenn ich überall Sand hatte. Mein Handtuch mit welchem ich mich abgetrocknet habe verteilte alles wunderbar an den Fingern, die Beine, die Arme, den Kopf und so weiter.

Aber ich wollte ja nicht meckern, denn mir hat es wirklich gefallen und ich hoffe meine Familie sag das nächste Mal mir vorher bescheid, dass wir nicht an den Strand in Esmeraldas gehen sondern wieder hier her fahren, dann nehme ich meine Digitalkamera mit. Dann könnt ihr auch sehen von was ich hier erzähle.

Eigentlich bin ich ein Warmduscher und einige von meinen Freunden, mit denen ich z.B. in Norwegen war, wissen das kaltes Wasser nicht für meine empfindliche Haut ist :).

Also der Pazifik ist da ganz anders. Am Anfang war ich wie immer sehr reserviert mit meinem Badevergnügen. Huuh, kaltes Wasser. Aber als das erste Mal meine Zehen, eher zufällig eine Schwall Wasser von einer daher kommenden Wellen abbekamen, war ich angenehm überrascht. Das Wasser ist lauwarm. Es ist vergleichbar mit dem Temperaturgefühl wenn man aus der zu kalte gewordenen Badewanne aussteigt. Es mehr als nur angenehm. Es war super toll. Wäre es nicht Salzwasser, dass in den Augen brennt, wäre ich wahrscheinlich nie mehr rausgegangen.

Hinzu kam der Wind, der stetig von Süden her bliess. Er unterstützte das Warmwasserfeeling, denn wenn man aus dem Wasser herauskam, war es für einen Augenblick frisch. Schätzungsweise 5 Sekunden, dann kam wieder die Hitze die typisch für die Provinz Esmeraldas ist.

Es war ein schöner Tag am Strand. Ich hoffe meine „Familie“ wird noch öfters solche Ausflüge mit mir machen. Und/oder veilleicht schaffen wir, die AFS-Esmeraldas-Abteilung (Wilder, Sybille, Emma, Camila und ich) es demnächst einen solche Ausflug zusammen zu unternehmen.