Taxifahrer fahren Taxi

Bin heute auf dem Weg nach Hause an einem Taxi vorbei gegangen, welches einen platten Reifen hatte. Da der Taxifahrer keinen Ersatzreifen hatte, hielt er kurzer Hand das nächste, vorbeikommende Taxi an und stieg mit seinem kaputten Reifen ein, um wahrscheinlich zur nächsten Reparaturwerkstatt oder zu einem Freund, der helfen kann, zu fahren. Ich fand diese Situation irgendwie witzig.

Ähnlich was es auch gerade, da meine Gastmutter bei einem Treffen ihrer Schule, wo sie arbeitet, ist und die Kamera mitgenommen hat, die ich für den Dschungel mitnehmen möchte. Sie bestellte einfach ein Taxi, gab dem Fahrer die Kamera, der sie dann uns gab. Diese Fahrt kostete dann sage und schreibe 2 $, was bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 1 $ wiederum viel ist.

Im Westen nichts Neues

Esmeraldas liegt zwar auch im Norden, aber nach Westen kommt in Esmeraldas nur noch der Pazifik und Neues gibt es in der, meist von der Regierung vergessenen, Provinz Hauptstadt eh sehr selten. So war ich nochmals nach meinem Quitoaufenthalt bei der Einwanderungszentrale um meinen längst überfälligen Censo (Aufenthaltsgenehmigung) abzuholen.

Fast alle Reiseagenturen haben mir versichert, dass ein Zertifikat, welches ich zur Zeit habe, nicht ausreicht. Ich bräuchte schon den Orginalcenso. Auch sagten mir die AFS-Koordinatoren in Guayaquil, ohne Censo könnte ich das Land nicht verlassen. Na das sind ja gute Aussichten.

Also bin ich letzen Freitag mit Victor ein 4. Mal zur Polizei gegangen, um dieses blöde Ding zu holen. Und was soll ich sagen: „Im Westen gibt es nichts Neues“. Ich glaube alle anderen Provinzhauptstädte haben bereits die benötigten Unterlagen, zumindest weiß ich es von Quito und Guayaquil. Nur Esmeraldas wurde wieder einmal vergessen. Schön waren auch die Gesichter der Beamten, die sehr erschrocken daher schauten, als Victor ihnen erzählte, dass wir mittlerweile 4½ Monate versuchen diesen Censo abzuholen und wir immer auf den nächsten Monat vertröstet wurden, so auch dieses Mal. Ich sollte doch im Januar vorbei schauen, dann haben sie bestimmt die Unterlagen.

Ein kleines Trostpflaster gibt es doch noch. Sybille ist jetzt schon in Holland und dass bedeutet, sie konnte das Land verlassen ohne Censo. Hoffentlich musste sie keine Strafe wegen dem Fehlen des Censos bezahlen.

4000 Besucher

Seit ich am 13. April 2006 meinen ersten Beitrag in mein Tagebuch geschrieben habe, hatte ich bis heute 4000 Besucher. Obwohl ich nie damit gerechnet habe, dass sich so viele für mein Leben und meine Erlebnisse interessieren, erfreut es mich doch sehr einen kleinen Leserkreis, der regelmäßig vorbei schaut, aufgebaut zu haben.

Wer sich selber von der immer noch steigenden Tendenz meiner Besucherzahlen überzeugen möchte, der sei rechtherzlich auf meiner Statistikseite eingeladen. Ihr könnt eich mit dem Benutzernamen „gast“ und dem Kennwort „ecuador“ dort einwählen.

Ich werde zwar warscheinlich nicht mehr, wie im letzten Statistik-Artikel angekündigt, bis zum Neujahr die 5000er Grenze erreichen, aber trotzdem möchte ich mich an dieser Stelle schon mal bei allen bedanken, die regelmäßig durch mein Tagebuch blättern und hoffe das ihr weiterhin fleißig mitlest und alle meine Berichte kommentiert.

Nikon Coolpix L2

So heißt meine neue Kamera. Ja richtig gelesen, ich habe endlich eine neue Kamera, mit sage und schreibe 6 Megapixel Bildauflösung, einem 3-fach zoom und einem 1 GB-Speicherchip für ca. 300 Bilder. Echt super diese Anschaffung. Doch leider gehört sie nicht mir, sondern Victor, der sich dieses Prachtexemplar letzte Woche gekauft hat.

Das schöne an dieser Sache ist, dass ich sie leihweise benutzen und alles Fotos auf meinen Laptop überspielen darf.

2,5 Zentimeter ist genug

Zwar versuchen mir immer wieder Frauen klar zu machen, dass es nicht auf die Größe ankommt, aber trotzdem habe ich das Gefühl, größer wäre schon besser und es reicht eben nicht die Technik, in diesen Zusammenhang sind „ehrliche“ Frauenkommentare erwünscht.

Aber dieses Thema ist nicht der Grund meines Artikels. Viel mehr möchte ich über die Vögel und die Blüten sprechen. Ja, ja schon gut, ich höre jetzt auf zweideutig zu schreiben. Es geht speziell um die Kolibris hier in Ecuador. Als ich das letzte Mal Tim und Annika in Guayaquil besuchte, haben wir am Malecon einen super kleinen Kolibri gesehen. Tim, der ja durch sein Projekt Erfahrung mit der ecuadorianischen Tierwelt hat, erzählte uns, dass der kleinste Kolibri gerade mal 2,5 Zentimeter groß ist. Das muss man sich mal verdeutlichen. Also holt euch jetzt einen 2,5 Zentimeter großen Gegenstand und stellt euch vor, es ist ein Vogel der schwebend vor der nächsten Zimmerpflanzenblüte fliegt.

2,5 Zentimeter sind halt doch genug um in der Tierwelt, im Ökosystem einen Platz zu finden. Die schwebende Technik und der leicht gebogene Schnabel machen seine wahre Größe aus. Kommt es zum Schluß doch nicht auf die Größe an?

4100 Meter an einem Tag

Am ersten Tag meines Quitoaufenthaltes sind Annika, Tim und ich auf dem Teleférico hinauf gestiegen. Die Nacht zu vor war ich noch in Esmeraldas. Das bedeutet, dass ich innerhalb von nur 15 Stunden sage und schreibe 4100 Höhenmeter zurückgelegt habe.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Dieses habe ich dann auch deutlich oben auf dem Teleférico, wo die Luft schon etwas dünner wird gemerkt. Alles ging bei mir viel langsamer als bei Tim und Annika, die schon 2 Tage eher in Quito, also auf 2850 Meter waren. Ich hatte super schnelles Herzrasen und das nicht weil ich verliebt bin/war, sondern da das Blut den wenigen Sauerstoff nun schneller durch meinen Körper pumpen musste. Außerdem hatte ich zwischendurch immer mal wieder Schwindelanfälle, wo ich mich an irgendetwas fest halten musste.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Höhenunterschied mir so viel ausmacht. Ich hätte gedacht, dass mein Körper so etwas besser verkraftet.

'Bilder aus Quito' von Enrico

wie immer findet ihr in meinem Album bei sevenload weitere Fotos

4 Tage Quito

Nach meiner Tortur nach Atacames und das Schlammwanden in den Magrovenwäldern, bin ich am Sonntagabend nach Quito gefahren, wo Annika und Tim schon seit 2 Tagen die Stadt unsicher gemacht haben. Da sie schon am Mittwoch nach Galapagos weiter gefahren sind, blieb uns also nur 2 Tage gemeinsam zur Verfügung. Eigentlich wollte ich danach alleine noch nach Baños und später nach Cuenca weiterreisen, aber wie immer sollte es anders kommen.

Nach meiner Ankunft am Montag Morgens klingelte ich erstmal gegen 6:00 Uhr per Handy die beiden Schlafmützen aus dem Bett, um dann sofort mit ihnen in diese wieder hinein zu schlüpfen und noch weitere, für mich durch die Busfahrt wichtigen, 3 Stunden zu schlafen.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Nach einem netten Frühstück entschloßen wir uns auf den Teleférico zu fahren. Was am Anfang gar nicht so einfach war, denn am Terminal Terrestres, also am Busbahnhof in Quito, wo alle Busse in alle Richtungen abfahren, schickte man uns in den Süden der Stadt. Der Süden ist, im Gegensatz zum nördlichen Teil Quitos, der Ärmere und damit auch der Gefährlichere. An der Endstation der Trolebusses warteten wir dann, ich glaube es war, über eine Stunde auf den Bus zur Seilstation zum Teleférico. Aber schließlich klappte dann noch alles.

'Bilder aus Quito' von Enrico

'Bilder aus Quito' von Enrico

Da es mittlerweile Nachmittags geworden war als wir wieder vom Berg herabgestiegen sind und wir außer dem Frühstück nach nichts gegessen hatten, ging es erstmal in ein Restaurant. Da es dann aber auch langsam dunkel wurde und unser geplantes Treffen mit Kathi, auch eine Volontär, Ximena, meine Spanisch-Professora aus der ersten Woche, und Gisella, meiner Gastmutter aus Quito, auf den nächsten Tag verschoben wurde, fuhren wir zum Hotel zurück.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Dort war alles Stock dunkel. Unsere Straße hatte einen Stromausfall und wir keine Kerzen. Nur Annika hatte, zum Glück eine „wirklich“ kleine Taschenlampe dabei. Gott sei dank ging nach einer halben Stunde das Licht wieder am. Den Rest des Abends verquatschten wir, wie wir das immer machen wenn wir uns treffen. Tim ist dann irgendwann eingeschlafen. Annika und ich unterhielten uns aber bis die Sonne , und damit auch Tim, aufgegangen ist. Irgendwie verging die Nacht total schnell und wir hatten uns viel zu erzählen, über meine vergangene Beziehung, gemeinsame Probleme und Ängste, über unsere Vergangenheit und unsere Zukunftspläne.

Am nächsten Tag probieren wir es erneut nach Otavalo zu fahren. Am Vortag sagte man uns schon am Terminal Terestres, dass die Straße verschüttet ist. Auch diesmal fuhren keine Busse und wir mussten uns erneut eine Alternative suchen. Tim war dann in einem Museum. Annika und ich besuchten den Mercado Artesanal in der Nähe des Museums und deckten uns reichlich mit Geschenken für die zu Hause Gebliebenen bzw. auch für uns ein.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Für Abends verabredeten wir uns in der Bar „Old West“ mit allen die wir in Quito kannten. Außer meiner Gastmutter aus Quito kamen dann auch alle und sogar noch ein paar mehr. Überraschenderweise kamen neben Kathi, Ximena, Annika, Tim und ich, auch noch Camilla, die wegen der Reise nach Galapagos bei Kathi übernachtete, ein guter Freund von Annika, sie verbrachten ein Austauschjahr gemeinsam in Norwegen, und Sybille mit ihren Eltern, die am nächsten Tag schon zurück nach Holland fuhren. Zusammen waren wir 11 Leute, was für ecuadorianische Verhältnissen normal, aber für die kurzfristige Planung von Europäern außergewöhnlich ist.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Am nächsten Tag haben mich Tim und Annika schon in den frühen Morgenstunden verlassen. An diesen Tag entschied ich mich nicht nach Baños zu fahren, sondern lieber mit Ximena den Tag zu verbringen und für mich eine Agentur zu finden, die Touren in den Dschungel anbietet. Bis zu diesem Zeitpunkt suchte ich ja noch Touren in der Gegend von Puyo, da die Anreise für Annika, die gesagt hatte: „vielleicht komme ich mit“, besser war. Als sie mir dann abends absagte, entschied ich mich dann um und suchte Touren im Norden von Ecuador. Dort soll es mehr Tiere zu sehen geben als im Süden.

Am letzten Tag habe ich wieder mit Ximena gefrühstückt und uns dann später mit Danny, einem Canadier, der auch ein Ex-Schüler von Ximena ist, den Panecillo besucht. Später waren wir dann noch zu Dritt chinesisch Essen und dann wurde es auch schon knapp mit der Zeit rechtzeitig am Terminal für die Fahrt nach Esmeraldas zu sein.

'Bilder aus Quito' von Enrico

'Bilder aus Quito' von Enrico

Der Bus sollte 18:15 Uhr abfahren. 17:00 Uhr haben wir aber erst das Restaurant verlassen. Mit dem Trolebus, der eine separate Spur auf der Straße hat, aber total voll besetzt war, brauchte ich eine halbe Stunde und erreichte 17:40 Uhr mein verschlossenes Hotel. Ja, ihr habt richtig gelesen, es war verschlossen und erst nach ca. 5 Minuten und ständigen klingeln wurde mir geöffnet. Schnell holte ich meinen Rucksack, nahm das erst beste Taxi und versuchte dem Taxifahrer meine dringliche Mission, innerhalb von 30 Minuten durch die volle Stadt zum Terminal zu fahren, zu erklären. Gott sei dank kam der Bus erst 15 Minuten später und wir erreichten 18:10 Uhr, also noch rechtzeitig, den Terminal.

'Bilder aus Quito' von Enrico

wie immer findet ihr im Album bei sevenload noch weitere schöne Fotos von Quito.

Auf die Bäume ihr Affen

Am letzten Wochenende war ich, nach der langen Tour meines Lebens, mit Victor und einer Komulitonin in der Nähe von las Peñas, um eine Wanderung in einem Mangrovenwald zu machen.

Wie immer ist das Geplante anderes geworden als geplant, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß dabei. Geplant war eine 2 Stunden Tour mit dem Kanu durch die nördlichen Mangrovenwälder der Province Esmeraldas. Wir wollten gegen 9:00 Uhr los und spätestens gegen 16:00 Uhr zurück sein.

'Bosque de Mangla' von Enrico

Nachdem wir dann gegen 10:00 Uhr in San Rafael, einem Vorort von Esmeraldas, Veronica abgeholt hatten, ging es dann endlich in Richtung las Peñas. Nach ca. 2 Stunden im alten Ford Mustang kamen wir im Strandort an und mussten erstmal nach dem Weg zu den Wäldern fragen. Dann ging es nochmals ne halbe Stunde auf einer staubigen Piste Richtung Norden.

'Bosque de Mangla' von Enrico

Als wir dann angekommen sind, wurde uns gesagt, dass es keine Kanus gibt, „no hay canoa“. Na toll 2½ Stunden und dann keine Kanus. Aber so sagte man uns, könnten wir ja zu Fuß mit einem Guide durch den Wald gehen. Das würde dann ne Stunde dauern. Na gut, besser als gar nichts. Obwohl, da waren ja noch meine Blasen unter den Füßen. Egal, dabei sein ist alles.

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

Der Trip durch den schon fast zu gewachsenen Wald war dann doch total super. Nur leider viel zu kurz.

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

Auf dem Rückweg haben wir dann noch in las Peñas zu Mittag gegessen und waren gegen 18:00 Uhr dann endlich zurück.

Fazit: Für die versprochenen 2 Stunden Mangroven-Kanu-Tour gab es dann 1 Stunde Fußmarsch bei insgesamt 2 Stunden längerer Fahrt.

'Bosque de Mangla' von Enrico

wie immer findet ihr bei sevenload ein Bilderalbum mit allen Bildern.

Ein Volk ist unterwegs

Am Samstag war, so hatte es den Anschein, ganz Esmeraldas auf den Beinen und wanderte am Strand von Esmeraldas nach Atacames. Die Aktion lief unter dem Namen „Caminata de la vida“, also „Wanderung des Lebens“. Bei mir hatte es zum Schluß nur noch das Motto „Überlebenslauf“.

'Caminata de la vida' von Enrico

Pueblo bedeutet Volk, aber auch gleichzeitig Dorf und so passt es als Beschreibung für Esmeraldas, dass das gesamte Volk des Dorfes Esmeraldas für ihe Leben wandert.

'Caminata de la vida' von Enrico

Normalerweise ist der Strandabschnitt zwischen Esmeraldas und Atacames vom Militär gesperrt. Aber einmal im Jahr öffnen sie die Absperrungen und man kann zum 27 km entfernten Atacames wandern. Was dann auch alle machen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Zusammen mit Victor, Monica und 2 kleine Freundinnen, Gabi und Monica, von Monica, sind wir dann von 8:00 Uhr bis 14:30 Uhr den Weg gegangen. Am Anfang noch sehr heiter und fröhlich, später wollten wir nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Es ist sehr schön barfuß am Strand entlang zu laufen, wenn es sich um eine halbe Stunde handelt, wenn es sich aber, wie bei uns, um 5½ Stunden handelt, wird es schon schwieriger und ich bekomme dann Blasen unter den Füßen. Jeweils links und rechts eine, direkt auf dem Fußballen. Dann wird natürlich jede Tour zur Tortur und man möchte nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

weitere Fotos gibt es wie immer bei sevenload im Album.