Ein Lebenslauf und ein Motivationsbrief

Nachdem ich meine Anmeldung mit der ausgefüllten Bewerbungskarte abgeschickt hatte, bekam ich eine Email zurück mit der Bitte noch einen Lebenslauf und einen Motivationsbrief zu schreiben.

Also gut. Ein Lebenslauf ist, trotz meiner vielfältigen Arbeiten, schnell erstellt. Meine persönlichen Angaben sind ja nicht schwer aufzulisten. Auch hatte ich kein größeres Problem damit meine schulischen und beruflichen Ausbildung aufzuzählen.

Die größte Schwierigkeit lag in der der Definition meiner jetzigen Arbeit. Selbst wenn mich jemand fragt was ich zur Zeit mache, dann kann man es nicht in einem Satz erzählen. Ich fange dann immer mit: „ich bin Selbständig“ an. „Ich arbeite als freier Dozent an verschiedenen privaten Schulen.“ Meistens kommt dann die Nachfrage was ich denn in diesem Bereich gelernt habe. „Nichts“ ist dann immer meine erste Antwort, „ich habe mir alles selber beigebracht“. Und dann fängt entweder das große Schweigen an, weil der Gegenüber nicht weiter weiß oder die Gegenseite ist höchst interessiert und ich muss alles haarklein erklären.

Schlimmer aber als einen Lebenslauf zu schreiben war es für mich einen Motivationsbrief zu schreiben. Was ist wohl die Motivation eines Freiwilligen um im Ausland an einem Projekt mitzuhelfen? Naja, erstmal wohl der Spaß an der ganzen Sache. Dann aber wohl auch um mal was anderes zu sehen und die Sprache zu lernen. Aber was noch? Reicht das schon in einem Motivationsbrief oder muss man da noch viel mehr schreiben? Sollte es denen eigentlich nicht egal sein, aus welcher Motivation heraus man helfen möchte? Naja, ich habe mal alles reingeschrieben was irgendwie sinnvoll klingt und auch noch wirklich stimmt. Zusätzlich habe ich ein paar Angaben zu meiner Person selbst und zu meiner Beziehung zum sozialen Helfens gemacht.

Hier als Hilfe für andere nur mein mit großer Mühe erstellter Motivationsbrief:

Mit diesem Brief möchte ich mich um eine Stelle im Freiwilligendienst bewerben. Besonders interessiere ich mich für ein soziales Projekt in Südamerika, speziell in Ecuador. Die Faszination für die Menschen, ihre Lebensweise und Kultur Südamerikas begann als ich 1999 für einen Monat im Peru war. In seiner Andersartigkeit, hat dieser Kontinent einen bleibenden Eindruck und den Wunsch seine Bevölkerung besser kennenzulernen und zu versehen hinterlassen.

Gerne würde ich mich in einer Schule, einem Kinderheim oder ähnlichen öffentlichen oder privaten Jugendeinrichtungen engagieren. Diese Arbeit finde ich sehr abwechslungsreich, spannend und interessant. Schon seit meiner Jugend war ich erst als Handballtrainer, später als Betreuer von Jugengruppen tätig und konnte somit in diesem Bereich schon zahlreiche Erfahrungen sammeln.

Auch in meinen beruflichen Tätigkeiten spiegelt sich ein großes Interesse am Lehren und der Wissensvermittlung wieder. Zur Zeit bin ich als freier Dozent im Computerbereich in verschiedenen privaten Einrichtungen tätig. Zusätzlich arbeite ich regelmäßig als Erlebnispädagoge in einer Jugendherberge. Durch Übungen und anschließende Reflexion fördere ich die Teamfähigkeit und das soziale Miteinander von Schulklassen.

Ich hoffe durch einen längeren Aufenthalt im Ausland Erfahrungen zu sammeln, die Sprache besser zu beherrschen und neue Impulse für mein weiteres Leben und speziell für mein weiteres Arbeiten zu bekommen.

Außerdem ist es mir wichtig durch praktische Mithilfe und durch das Einbringen meiner persönlichen Fähigkeiten einen kleinen Beitrag zur Aufwertung der Lebensumstände in diesem Land zu leisten.

Welches Visum brauche ich?

Welches Visum brauche ich? Also ich war heute auf der Website des Auswärtigen Amts. Dort habe ich versucht Informationen über die Beantragung eines Visums zu finden. Es war ganz schön schwer. Weitere Informationen habe ich auf der Website der Botschaft der Republik Ecuador gefunden. Außerdem habe ich dort endlich detailierte Informationen zur Beantragung eines Visum gefunden.

VISUM 12-VII – Geistliche, Missionare und Freiwillige – Ein- oder Zwei-Jahres-Visum

Erforderliche Unterlagen:

  1. Visumantrag
    1. für katholische Geistliche: Brief der CONFERENCIA EPISCOPAL in Ecuador;Geistliche anderer Konfessionen oder religiöser Orden: Brief von der jeweiligen Organisation oder Institution in Ecuador unter Angabe der Personendaten des Antragstellers, Motiv und Zeitraum des Aufenthaltes sowie detaillierte Beschreibung der geplanten Tätigkeit. Sollten Familienangehörige mitreisen, müssen auch deren Daten sowie Ehe- bzw. Geburtsurkunden beigefügt werden. Freiwillige: Kopie der Ernennungsurkunde des gesetzlichen Vertreters der einladenden Institution, die ordnungsgemäß in Ecuador registriert sein muss.
    2. Kopie des Gesetzes oder des offiziellen Registereintrags, mit welchem die Regierung von Ecuador die Arbeit dieser Organisation genehmigt.
  2. Vorlage des originalen Reisepasses mit einer Mindestgültigkeit von sechs Monaten;
  3. 2 aktuelle Passfotos, von vorn und mit hellem Hintergrund;
  4. Gesundheitszeugnis, welches bescheinigt, dass der Antragsteller an keinerlei ansteckenden Krankheiten leidet, einschließlich AIDS-Test;
  5. aktuelles Polizeiliches Führungszeugnis des Landeseinwohnermeldeamtes;
  6. Frankierter Rückumschlag mit € 3,50 (in Briefmarken) für Rücksendung per Einschreiben;
  7. € 162,00 für die Ausstellung des Visums einschließlich Visumantrag.

Da das Visum entweder für ein oder zwei Jahre, je nach Einsatz des Antragstellers in Ecuador, erteilt werden kann, sollte die gewünschte Dauer gleich bei der Beantragung genannt werden.

Das heißt ich brauche mich jetzt nur noch um einen Reisepass, ein Gesundheitszeugnis, einen AIDS-Test und um ein polizeiliches Führungszeugnis zu kümmern. Na hoffentlich schaffe ich das alles in der noch verbleibenden Zeit. Ämter sind ja bekanntlich nicht so schnell.