4100 Meter an einem Tag

Am ersten Tag meines Quitoaufenthaltes sind Annika, Tim und ich auf dem Teleférico hinauf gestiegen. Die Nacht zu vor war ich noch in Esmeraldas. Das bedeutet, dass ich innerhalb von nur 15 Stunden sage und schreibe 4100 Höhenmeter zurückgelegt habe.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Dieses habe ich dann auch deutlich oben auf dem Teleférico, wo die Luft schon etwas dünner wird gemerkt. Alles ging bei mir viel langsamer als bei Tim und Annika, die schon 2 Tage eher in Quito, also auf 2850 Meter waren. Ich hatte super schnelles Herzrasen und das nicht weil ich verliebt bin/war, sondern da das Blut den wenigen Sauerstoff nun schneller durch meinen Körper pumpen musste. Außerdem hatte ich zwischendurch immer mal wieder Schwindelanfälle, wo ich mich an irgendetwas fest halten musste.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Höhenunterschied mir so viel ausmacht. Ich hätte gedacht, dass mein Körper so etwas besser verkraftet.

'Bilder aus Quito' von Enrico

wie immer findet ihr in meinem Album bei sevenload weitere Fotos

4 Tage Quito

Nach meiner Tortur nach Atacames und das Schlammwanden in den Magrovenwäldern, bin ich am Sonntagabend nach Quito gefahren, wo Annika und Tim schon seit 2 Tagen die Stadt unsicher gemacht haben. Da sie schon am Mittwoch nach Galapagos weiter gefahren sind, blieb uns also nur 2 Tage gemeinsam zur Verfügung. Eigentlich wollte ich danach alleine noch nach Baños und später nach Cuenca weiterreisen, aber wie immer sollte es anders kommen.

Nach meiner Ankunft am Montag Morgens klingelte ich erstmal gegen 6:00 Uhr per Handy die beiden Schlafmützen aus dem Bett, um dann sofort mit ihnen in diese wieder hinein zu schlüpfen und noch weitere, für mich durch die Busfahrt wichtigen, 3 Stunden zu schlafen.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Nach einem netten Frühstück entschloßen wir uns auf den Teleférico zu fahren. Was am Anfang gar nicht so einfach war, denn am Terminal Terrestres, also am Busbahnhof in Quito, wo alle Busse in alle Richtungen abfahren, schickte man uns in den Süden der Stadt. Der Süden ist, im Gegensatz zum nördlichen Teil Quitos, der Ärmere und damit auch der Gefährlichere. An der Endstation der Trolebusses warteten wir dann, ich glaube es war, über eine Stunde auf den Bus zur Seilstation zum Teleférico. Aber schließlich klappte dann noch alles.

'Bilder aus Quito' von Enrico

'Bilder aus Quito' von Enrico

Da es mittlerweile Nachmittags geworden war als wir wieder vom Berg herabgestiegen sind und wir außer dem Frühstück nach nichts gegessen hatten, ging es erstmal in ein Restaurant. Da es dann aber auch langsam dunkel wurde und unser geplantes Treffen mit Kathi, auch eine Volontär, Ximena, meine Spanisch-Professora aus der ersten Woche, und Gisella, meiner Gastmutter aus Quito, auf den nächsten Tag verschoben wurde, fuhren wir zum Hotel zurück.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Dort war alles Stock dunkel. Unsere Straße hatte einen Stromausfall und wir keine Kerzen. Nur Annika hatte, zum Glück eine „wirklich“ kleine Taschenlampe dabei. Gott sei dank ging nach einer halben Stunde das Licht wieder am. Den Rest des Abends verquatschten wir, wie wir das immer machen wenn wir uns treffen. Tim ist dann irgendwann eingeschlafen. Annika und ich unterhielten uns aber bis die Sonne , und damit auch Tim, aufgegangen ist. Irgendwie verging die Nacht total schnell und wir hatten uns viel zu erzählen, über meine vergangene Beziehung, gemeinsame Probleme und Ängste, über unsere Vergangenheit und unsere Zukunftspläne.

Am nächsten Tag probieren wir es erneut nach Otavalo zu fahren. Am Vortag sagte man uns schon am Terminal Terestres, dass die Straße verschüttet ist. Auch diesmal fuhren keine Busse und wir mussten uns erneut eine Alternative suchen. Tim war dann in einem Museum. Annika und ich besuchten den Mercado Artesanal in der Nähe des Museums und deckten uns reichlich mit Geschenken für die zu Hause Gebliebenen bzw. auch für uns ein.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Für Abends verabredeten wir uns in der Bar „Old West“ mit allen die wir in Quito kannten. Außer meiner Gastmutter aus Quito kamen dann auch alle und sogar noch ein paar mehr. Überraschenderweise kamen neben Kathi, Ximena, Annika, Tim und ich, auch noch Camilla, die wegen der Reise nach Galapagos bei Kathi übernachtete, ein guter Freund von Annika, sie verbrachten ein Austauschjahr gemeinsam in Norwegen, und Sybille mit ihren Eltern, die am nächsten Tag schon zurück nach Holland fuhren. Zusammen waren wir 11 Leute, was für ecuadorianische Verhältnissen normal, aber für die kurzfristige Planung von Europäern außergewöhnlich ist.

'Bilder aus Quito' von Enrico

Am nächsten Tag haben mich Tim und Annika schon in den frühen Morgenstunden verlassen. An diesen Tag entschied ich mich nicht nach Baños zu fahren, sondern lieber mit Ximena den Tag zu verbringen und für mich eine Agentur zu finden, die Touren in den Dschungel anbietet. Bis zu diesem Zeitpunkt suchte ich ja noch Touren in der Gegend von Puyo, da die Anreise für Annika, die gesagt hatte: „vielleicht komme ich mit“, besser war. Als sie mir dann abends absagte, entschied ich mich dann um und suchte Touren im Norden von Ecuador. Dort soll es mehr Tiere zu sehen geben als im Süden.

Am letzten Tag habe ich wieder mit Ximena gefrühstückt und uns dann später mit Danny, einem Canadier, der auch ein Ex-Schüler von Ximena ist, den Panecillo besucht. Später waren wir dann noch zu Dritt chinesisch Essen und dann wurde es auch schon knapp mit der Zeit rechtzeitig am Terminal für die Fahrt nach Esmeraldas zu sein.

'Bilder aus Quito' von Enrico

'Bilder aus Quito' von Enrico

Der Bus sollte 18:15 Uhr abfahren. 17:00 Uhr haben wir aber erst das Restaurant verlassen. Mit dem Trolebus, der eine separate Spur auf der Straße hat, aber total voll besetzt war, brauchte ich eine halbe Stunde und erreichte 17:40 Uhr mein verschlossenes Hotel. Ja, ihr habt richtig gelesen, es war verschlossen und erst nach ca. 5 Minuten und ständigen klingeln wurde mir geöffnet. Schnell holte ich meinen Rucksack, nahm das erst beste Taxi und versuchte dem Taxifahrer meine dringliche Mission, innerhalb von 30 Minuten durch die volle Stadt zum Terminal zu fahren, zu erklären. Gott sei dank kam der Bus erst 15 Minuten später und wir erreichten 18:10 Uhr, also noch rechtzeitig, den Terminal.

'Bilder aus Quito' von Enrico

wie immer findet ihr im Album bei sevenload noch weitere schöne Fotos von Quito.

Am Äquator

Letzte Woche war ich ja, wie berichtet, mit meinen chicas in Quito und wir habe da natürlich auch den Äquator besucht. Naja, eigentlich liegt der Äquator ja nich genau dort wo sie “la Midad del Mundo” errichtet habe, sondern ca. 280 Meter nördlicher. Aber wen stört das schon. Schließlich ist man ja in der Nähe und da man hier in Ecuador alles nicht so genau nimmt, passt das schon. Hier also ein paar Bilder von Äquator.

4 Tage in Quito

Nur kurz zwischendurch: Vom letzten Freitag bis gestern, Dienstag waren wir, also Sybille, Emma, Camilla und ich, in Quito. Eigentlich wollten wir nur bis Montag bleiben, aber wie immer ist es anderes gekommen als geplant. Auch das AFS ist davon ausgegannen, dass wir nur 3 Tage und nicht 5 in Quito bleiben.

Als erstes einmal, warum haben wir unsere Organisation angelogen und sind länger als wir durften in Quito geblieben? Es ist so, unser Koordinator vor Ort gibt uns immer das Gefühl, dass wir ihm viel Arbeit machen. Wir dürfen ohne weitere Angaben für 3 Tage verreisen, wenn unsere Gastfamilie und unsere Arbeit Bescheid wissen. Wir müssen dann nur ein Formular ausfüllen in dem wir angeben wie lange wir weg sind und wohin wir fahren.

Falls wir aber länger als 3 Tage unterwegs sein wollen, dann müssen wir ein Formular für die Arbeit ausfüllen lassen und wieder selber eins ausfüllen. Zusätzlich müssen wir vorher mit der Hauptstelle in Quito klären ob wir überhaupt fahren dürfen. Das Sinn eines Wiederspruches ist mir zwar unklar, aber wir müssen halt alle erstmal fragen.

Da Frederico leider nicht immer erreichbar ist, ist es nicht so leicht so was kurzfristig zu machen. Eine kleine Annektode am Rande, um euch das besser zu verdeutlichen. Emma wollte ihr Projekt wechseln. Warum ist jetzt nicht wichtig. Sie verabredete sich mit Frederico für den nächsten Tag. Aber dieser erschien nicht, sondern verschob das Ganze auf einen anderen Tag. Das hört sich jetzt nicht super spektakulär an, wenn man aber berücksichtigt, dass es immer so ist und das ein Projektwechsel nicht unbedingt ne Kleinigkeit ist, dann ist das nicht nett. Selbst für das Ausfüllen des Formulars für Quito haben wir ganze 2 Stunden gewartet. Ich habe ja schon mal auf die Wartementalität in Ecuador hingewiesen. Es ist also besser, nicht viel Aufwand zu betreiben und einfach zu sagen: „wir fahren von Samstag bis Montag“ statt ehrlich anzugeben dass wir von Freitag Nachmittag bis geplanten Montag Nachmittag zu fahren.

Warum sind wir länger als Montag geblieben und warum überhaupt bis Montag und nicht von Freitag bis Sonntag? Das liegt an Sybille. Sie hatte sich im Dschungel ne allergische Reaktion auf einen Instektenstich geholt und ist zu einen Arzt der Holländischen Botschaft gegangen. Gott sei dank, kann ich sagen die Allergie ist weg. Emma hatte aber gleichzeitig eine böse Nagelbettentzündung seit fast 2 Wochen am Fuß und als sie es dem Arzt zeigt, meine er sie solle eine Antibiotika-Kur machen und morgen wiederkommen. So mussten wir also alle einen Tag länger in Quito bleiben. Aber auch das war nicht super schlimm, denn schließlich hat Quito super viel zu bieten. Ihrem Fuß geht es übrigens wieder viel besser.

Was wir alles in Quito dann so erlebt haben, schreibe ich später detailiert.