Wieder ein Umzug

Es ist zwar schon eine Woche her, aber trotzdem möchte ich euch davon erzählen. Vor einigen Wochen habe ich meine Gastmutter erzählt, dass ich mit der jetzigen Situation nicht zu zufrieden bin. Ich fand es nicht gut, dass sie mich total ignorierten, nicht mit mir sprachen und eigentlich überhaupt keine Zeit für mich hatten.

Mein Sprachdefiziet wurde immer schlimmer und ich musste meine Freizeit komplett selber gestalten. Dass mit der Gestaltung war nicht schwer, schließlich habe ich das in Deutschland seit 8 Jahren auch selber hin bekommen und hier gibt es einfach viel zu entdecken, aber warum sprachen sie nicht mit mir? War ich etwas nicht gut genug für sie? Wollten sie mich nicht? Ich weiß es leider nicht genau. Ich glaube, es war die einzige Familie die überhaupt einen so “alten” Volontaer haben wollte wie mich.

Auf jeden Fall versuchte ich meine Situation und meine Unzufriedenheit darüber auszudrücken und ich glaube, sie haben es auch verstanden. Aber an der Situation änderte sich erstmal nichts.

meine neue Gastfamilie

Seit Samstag bin ich nun bei Galo und Carmen, meinen neuen Gasteltern. Sie sind wirklich nett und ständig bemüht mir alles zu erklären. Sie wohnen zwar alleine, haben aber 2 Kinder. Oh das stimmt so nicht, denn seit neusten haben sie ein 3. Kind. Es wird von allen nur Bebe genannt und ist ein 5 Wochen alter Rotweiler. Die andern 3 Rotweiler bewachen zusammen mit 2 Katzen das Haus. Eigentlich sind wir nur zum Schlafen in diesem Haus, weshalb es aquch wichtig ist, dass es bewacht wird.

Meine Familie besitzt nämlich noch ein 2. Haus, ca. 10min Fußweg vom 1. Haus entfernt. Dort verbringt sie den ganzen Tag, denn im Erdgeschoß gibt es einen kleinen “Tante Emma”-Laden.

Es scheint mir, dass meine Gastfamilie etwas wohlhabender ist, als der Durchschnitt hier in Esmeraldas. Neben einer Bediensteten die bis nachmittags im Haus ist, haben sie auch noch eine Angestellte, die im Laden mithilft. Interessanterweise würde man in Deutschland niemals in einen solchen kleinen Laden noch eine Angestellte mit unterbringen. Nicht nur, dass wenn man zu dritt im Laden ist, er völlig aus den Nähten platzt, sondern es gibt garnicht so viel zu tun. Ich glaube hier ist eine Angestellt super billig und die Bürokratie ist nicht so umständlich wie in Deutschland.

Viel mehr gibt es noch nicht von meiner neuen Familie zu erzählen. Mein neues Zimmer ist dass des Sohnes. Er, Carlos (21), ist zur Zeit in Venezuela, ob er dort studiert oder arbeitet, habe ich noch nicht herausgefunden. Man hat mir das zwar gesagt, aber aber ich verstehe halt noch nicht alles. Ich hoffe nur, dass er nicht all zu oft nach hause kommt und mit mir in dem einzigen Bett im Zimmer schläft. Klar hoffe ich ihn auf jeden Fall öfters zu sehen, aber halt nicht im Bett. Neben dem Sohn haben sie auch noch eine Tochter, Jana (19). Sie studiert zur Zeit in Boston. Meine Gastmutter chattet jeden Tag mit ihr. Auch ich musste schonmal dran glauben und mit ihr reden und dass auf Englisch. Ok mein Englisch ist besser als mein Spanisch, jetzt noch, aber vieles kann ich auch auf Englisch nicht von mir geben.

Nichts für Warmduscher

Wie in einen der letzten Berichte angesprochen, habe ich ja ein eigenes Bad. So mit Dusche, Waschbecken und Klo. Leider fehlt zwar immer noch der Duschvorhang und ich setze nicht nur jedesmal den komplett Fussboden unter Wasser. Nein auch das Klopapier, welches natürlich auf dem Spülkasten steht, bekommt immer ein paar Spritzer mit ab.

Schlimmer ist es aber für mich, morgen unter die Dusche zu gehen. Es gibt nur einen Wasserregulierer und der reguliert die einzige Art von Wasser die es hier im ganzen Haus gibt. Kaltes Wasser. (Amerkung: Ja Mama, auch gespült wird mit kaltem Wasser.)

Für mich als bekennenden Warmduscher, ist es jedesmal eine „kleine“ Überwindung mich kalt zu duschen. Gott sei dank, sind die Temperaturen selbst morgen schon über 20° C und das Wasser aus der Leitung ist nicht eisig kalt.

Ich glaube ich werde mich im Dezember, nach meiner Rückehr nach Deutschland, über eine schöne heisse Badewanne freuen. Endlich mal nicht nur schnell drunter springen, um sich nass zu machen, dann einseifen und zum Schluss alles schnell wieder abspülen. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: ´Hoffentlich habe ich nichts wichtiges vergessen. Vor allem beim Abspülen.`
Naja, ich will mich nicht beklagen, das kalte Duschen hat auch seine Vorteile. Wenn man z.B. Nachmittags total verschwitzt von der Arbeit, vom Strand oder aus der Stadt kommt, ist es total erfrischend kalt zu duschen.

In einer Badewanne schwimmen

Heute waren wir, dass heißt meine Gastmutter Aida, ihre Tochter Tatjana, mit ihrem Mann Johann, den beiden Söhnen Matu (2 Jahre) und Kevin (8 Jahre) und ich, in Sue am Strand. Sue liegt ganz in der Nähe von Atacames und in vielen Reiseführern steht, dass dort die schönsten Strände in ganz Ecuador gibt.

Sie hatten nicht unrecht mit dem was die Autoren in ihren Reiseführern über die Stände 30 Km südlich von Esmeraldas so schreiben. Der Strand an dem wir waren war wirklich wunderschön. Er war zwar nicht super breit, so 15 m und auch nicht sonderlich lang. Ich schätze mal 2 Km. Aber der Sand bestand aus super feinen Körnern, wunderbar zum Barfusslaufen und wunderbar fein um über all hinzu kriechen. Diejenigen von euch die mich kennen, wissen dass ich solchen Sand eigentlich hasse. Diesmal was es aber anderes.

Ich habe mich recht wohl gefühlt, auch wenn ich überall Sand hatte. Mein Handtuch mit welchem ich mich abgetrocknet habe verteilte alles wunderbar an den Fingern, die Beine, die Arme, den Kopf und so weiter.

Aber ich wollte ja nicht meckern, denn mir hat es wirklich gefallen und ich hoffe meine Familie sag das nächste Mal mir vorher bescheid, dass wir nicht an den Strand in Esmeraldas gehen sondern wieder hier her fahren, dann nehme ich meine Digitalkamera mit. Dann könnt ihr auch sehen von was ich hier erzähle.

Eigentlich bin ich ein Warmduscher und einige von meinen Freunden, mit denen ich z.B. in Norwegen war, wissen das kaltes Wasser nicht für meine empfindliche Haut ist :).

Also der Pazifik ist da ganz anders. Am Anfang war ich wie immer sehr reserviert mit meinem Badevergnügen. Huuh, kaltes Wasser. Aber als das erste Mal meine Zehen, eher zufällig eine Schwall Wasser von einer daher kommenden Wellen abbekamen, war ich angenehm überrascht. Das Wasser ist lauwarm. Es ist vergleichbar mit dem Temperaturgefühl wenn man aus der zu kalte gewordenen Badewanne aussteigt. Es mehr als nur angenehm. Es war super toll. Wäre es nicht Salzwasser, dass in den Augen brennt, wäre ich wahrscheinlich nie mehr rausgegangen.

Hinzu kam der Wind, der stetig von Süden her bliess. Er unterstützte das Warmwasserfeeling, denn wenn man aus dem Wasser herauskam, war es für einen Augenblick frisch. Schätzungsweise 5 Sekunden, dann kam wieder die Hitze die typisch für die Provinz Esmeraldas ist.

Es war ein schöner Tag am Strand. Ich hoffe meine „Familie“ wird noch öfters solche Ausflüge mit mir machen. Und/oder veilleicht schaffen wir, die AFS-Esmeraldas-Abteilung (Wilder, Sybille, Emma, Camila und ich) es demnächst einen solche Ausflug zusammen zu unternehmen.