Im Westen nichts Neues

Esmeraldas liegt zwar auch im Norden, aber nach Westen kommt in Esmeraldas nur noch der Pazifik und Neues gibt es in der, meist von der Regierung vergessenen, Provinz Hauptstadt eh sehr selten. So war ich nochmals nach meinem Quitoaufenthalt bei der Einwanderungszentrale um meinen längst überfälligen Censo (Aufenthaltsgenehmigung) abzuholen.

Fast alle Reiseagenturen haben mir versichert, dass ein Zertifikat, welches ich zur Zeit habe, nicht ausreicht. Ich bräuchte schon den Orginalcenso. Auch sagten mir die AFS-Koordinatoren in Guayaquil, ohne Censo könnte ich das Land nicht verlassen. Na das sind ja gute Aussichten.

Also bin ich letzen Freitag mit Victor ein 4. Mal zur Polizei gegangen, um dieses blöde Ding zu holen. Und was soll ich sagen: „Im Westen gibt es nichts Neues“. Ich glaube alle anderen Provinzhauptstädte haben bereits die benötigten Unterlagen, zumindest weiß ich es von Quito und Guayaquil. Nur Esmeraldas wurde wieder einmal vergessen. Schön waren auch die Gesichter der Beamten, die sehr erschrocken daher schauten, als Victor ihnen erzählte, dass wir mittlerweile 4½ Monate versuchen diesen Censo abzuholen und wir immer auf den nächsten Monat vertröstet wurden, so auch dieses Mal. Ich sollte doch im Januar vorbei schauen, dann haben sie bestimmt die Unterlagen.

Ein kleines Trostpflaster gibt es doch noch. Sybille ist jetzt schon in Holland und dass bedeutet, sie konnte das Land verlassen ohne Censo. Hoffentlich musste sie keine Strafe wegen dem Fehlen des Censos bezahlen.

Auf die Bäume ihr Affen

Am letzten Wochenende war ich, nach der langen Tour meines Lebens, mit Victor und einer Komulitonin in der Nähe von las Peñas, um eine Wanderung in einem Mangrovenwald zu machen.

Wie immer ist das Geplante anderes geworden als geplant, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß dabei. Geplant war eine 2 Stunden Tour mit dem Kanu durch die nördlichen Mangrovenwälder der Province Esmeraldas. Wir wollten gegen 9:00 Uhr los und spätestens gegen 16:00 Uhr zurück sein.

'Bosque de Mangla' von Enrico

Nachdem wir dann gegen 10:00 Uhr in San Rafael, einem Vorort von Esmeraldas, Veronica abgeholt hatten, ging es dann endlich in Richtung las Peñas. Nach ca. 2 Stunden im alten Ford Mustang kamen wir im Strandort an und mussten erstmal nach dem Weg zu den Wäldern fragen. Dann ging es nochmals ne halbe Stunde auf einer staubigen Piste Richtung Norden.

'Bosque de Mangla' von Enrico

Als wir dann angekommen sind, wurde uns gesagt, dass es keine Kanus gibt, „no hay canoa“. Na toll 2½ Stunden und dann keine Kanus. Aber so sagte man uns, könnten wir ja zu Fuß mit einem Guide durch den Wald gehen. Das würde dann ne Stunde dauern. Na gut, besser als gar nichts. Obwohl, da waren ja noch meine Blasen unter den Füßen. Egal, dabei sein ist alles.

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

Der Trip durch den schon fast zu gewachsenen Wald war dann doch total super. Nur leider viel zu kurz.

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

'Bosque de Mangla' von Enrico

Auf dem Rückweg haben wir dann noch in las Peñas zu Mittag gegessen und waren gegen 18:00 Uhr dann endlich zurück.

Fazit: Für die versprochenen 2 Stunden Mangroven-Kanu-Tour gab es dann 1 Stunde Fußmarsch bei insgesamt 2 Stunden längerer Fahrt.

'Bosque de Mangla' von Enrico

wie immer findet ihr bei sevenload ein Bilderalbum mit allen Bildern.

Ein Volk ist unterwegs

Am Samstag war, so hatte es den Anschein, ganz Esmeraldas auf den Beinen und wanderte am Strand von Esmeraldas nach Atacames. Die Aktion lief unter dem Namen „Caminata de la vida“, also „Wanderung des Lebens“. Bei mir hatte es zum Schluß nur noch das Motto „Überlebenslauf“.

'Caminata de la vida' von Enrico

Pueblo bedeutet Volk, aber auch gleichzeitig Dorf und so passt es als Beschreibung für Esmeraldas, dass das gesamte Volk des Dorfes Esmeraldas für ihe Leben wandert.

'Caminata de la vida' von Enrico

Normalerweise ist der Strandabschnitt zwischen Esmeraldas und Atacames vom Militär gesperrt. Aber einmal im Jahr öffnen sie die Absperrungen und man kann zum 27 km entfernten Atacames wandern. Was dann auch alle machen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Zusammen mit Victor, Monica und 2 kleine Freundinnen, Gabi und Monica, von Monica, sind wir dann von 8:00 Uhr bis 14:30 Uhr den Weg gegangen. Am Anfang noch sehr heiter und fröhlich, später wollten wir nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

Es ist sehr schön barfuß am Strand entlang zu laufen, wenn es sich um eine halbe Stunde handelt, wenn es sich aber, wie bei uns, um 5½ Stunden handelt, wird es schon schwieriger und ich bekomme dann Blasen unter den Füßen. Jeweils links und rechts eine, direkt auf dem Fußballen. Dann wird natürlich jede Tour zur Tortur und man möchte nur noch ankommen.

'Caminata de la vida' von Enrico

weitere Fotos gibt es wie immer bei sevenload im Album.

nicht mein letzter Arbeitstag

Offiziell endete gestern die Arbeit im Projekt. Aber es war wie immer ein ganz normaler Arbeitstag. Morgens habe ich es, wie in den letzten 2 Wochen, nicht geschafft rechtzeitig aufzustehen. 7:30 Uhr ist der Bus der Fundacion an der Polizei und daß heißt für mich, ich muss spätestens 7:15 Uhr aus den Haus, aber in letzter Zeit bin ich, ähnlich wie zu hause in Köln, immer bis 1 : 00 oder 2:00 Uhr nachts am Rechner und schaffe es deshalb nicht vor 8:00 Uhr aufzustehen.

Also kam ich wieder einmal erst gegen 9:00 Uhr, statt um 8:00 Uhr ins Büro, wo ich seit 2 Wochen an der neuen Website für die Fundacion arbeite. Es ist alles beim Alten, die Leute im Office arbeiten ihre täglichen Aufgaben ab und ich sitze am einem Tisch im Vorzimmer an meinem Laptop und arbeite auch.

Da seit Mittwoch, also seit 3 Tagen, auch noch die Fußballschule geschloßen ist, herrscht hier noch mehr Stille.

Als ich dann beim Mittagessen erwähnte, dass heute mein letzter Arbeitstag ist, waren alle sehr überrascht, obwohl ich das mehrfach wöchentlich seit mindestens 4 Wochen erzählt habe. Es ist schon erstaunlich welches Potienziel an Gedächtnisschwund die Ecuadorianer an den Tag legen können.

Am Nachmittag, kurz vor Arbeitsende, gab mir dann doch noch Moisés Palma, der Chef der Fundacion, ein T-Shirt mit einem Fundacionsaufdruck als Dankeschön für meine Arbeit hier. Ich verabschiedete mich dann noch von den Kollegen im Office, die vor der Fußballschule waren ja leider nicht da. Und das war’s.

Mein Geburtstag

Gestern habe ich zusammen mit meinen Freunden hier in Ecuador meine 33. Geburtstag gefeiert. Es war sehr lustig und wie immer auch wurde bis tief in die Nacht hinein gefeiert.

Es war schön zu sehen das fast alle die ich auch eingeladen habe gekommen sind. Ganz besonders hat es mich gefreut das 2 Mädels aus Quito gekommen sind.

Warten auf Spontanität

Heute greife ich mal den Artikel von Annika auf, die mit mir hier in Ecuador ist. Leider wohnt und arbeitet sie in Guayaquil. Letztes Wochenende war sie und Tim bei uns in Esmeraldas zu Besuch.

Es war ein schönes Wochenende. Wir hatten viel Spaß und haben einiges unternommen. Aber es hätte auch noch schöner sein können, denn hier in Ecuador wartet man irgengwie immer. Auf der anderen Seite sind die Ecuadorianer auch ziemlich spontan und haben kaum Zeit etwas abzuwarten.

Hier ein paar kurze Beispiel frei aus dem Leben gegriffen.

Die Zeit des Wartens

  1. Sagen wir man verabredet sich für 7 Uhr abends an einen Platz, dann ist es hier in Ecuador so, dass man grundsätzlich eine halbe Stunde später erst ankommt.
  2. Auf der Arbeit, also in der Fundacion kommen wir morgens gegen 8 Uhr an. Angefangen wird aber meistens nicht vor 8:30 Uhr. in dieser halben Stunden steht man einfach nur so rum, erzählt sich was und / oder isst ein Eis.
  3. Ähnlich ist es vor dem Mittagessen in der Fundacion, welches gegen 11 Uhr stattfindet. Es gibt Tage da wird, ohne ersichtlichen Grund, schon um 10:15 Uhr mit dem Training Schluss gemacht.

Die Zeit für Spontanitäten

  1. Letzte Woche bekam ich morgens einen Anruf, dass nachmittags keine Unterricht im Colegio stattfindet. Es war ca. eine Stunde bevor ich dort hin fahren wollte.
  2. Davor die Woche ist Montags der Bus zur Fundacion nicht gekommen. Als ich dann mit dem “Linienbus” allein dahin gefahren bin, sagte man mir heute gibt es nichts zu arbeiten. Achso und die nächsten beiden Tage auch nicht. Erst am Donnerstag wieder.
  3. Am Abend vor dem Ausflug nach Mompiche, wurde ich gefragt ob ich mit dorthin möchte. Das klingt jetzt nicht super spontan, aber ich war erst seit 2 Wochen hier in Esmeraldas, meine damalige Familie ist nicht mitgekommen und ich sollte mit einer fremden Familie dorthin fahren.

Passend dazu sind natürlich die unzähligen Kommunikationsprobleme zwischen den Leuten hier und mir. Auch dazu hat Tim schon einen netten Beitrag geschrieben.

Neues aus dem Bus

In Ecuador erlebt man, wenn man Bus fährt, so einiges. Ich habe ja schon des öfteren (Bericht 1 und 2) darüber geschrieben und auch Tim hat sich schon dazu in einem Bericht geäußert.

Jetzt gibt es nun eine weitere Episode aus diesem schönen Gebiet. Vor 2 Tage bin ich wieder einmal Bus gefahren. Eigentlich fahre ich jeden Tag mit dem Bus. Es ist so schön billig. Für nur 0,25$ einmal quer durch die Stadt. Wo kann man das in Deutschland schon. Aber das ist ein anderes Thema. Ich war also im Bus, auf dem Weg nach Hause, als plötzlich der Bus anhielt. Ich dachte jetzt steigen wieder ein paar Leute ein oder aus, denn in Ecuador gibt es keine Bushaltestellen, sondern man gibt den Fahre ein Zeichen und er hält an. Also der Bus kommt zu stehen und der Fahrer steht auf und geht aus dem Bus. Auf der anderen Straßenseite kam uns ein anderer Bus entgegen, aber das ist nicht besonderes. Seltsam war bloß, dass unser Busfahrer genau in diesen Bus einstieg und in die entgegengesetzte Richtung weg fuhr. Da standen wir nun mit einem vollen Bus aber ohne Fahrer. Nach ein paar Sekunden setzte sich dann der Mann der sonst immer das Geld einsammelt ans Steuer und fuhr weiter. Es war schon sehr komisch, dass unser Busfahrer ohne ein Kommentar zu den anderen einfach ausstieg und in eine anderen Bus einstieg um davon zu fahren.

Sprachprobleme

Letztes Wochenende hatten die Mannschaften der Fundacion „Amiga“ ihre ersten Saisonspiele. Sie fanden auf dem Militärgelände von Esmeraldas statt. Am Anfang stand ich wie immer nur am Rand und habe mir alleine die Spiele angesehen. Irgendwann setzte ich mich mit auf die Bank, wo Miguel (Trainer in der Fundacion) die Teilnehmerlisten schrieb. Irgendwann frage er mich ob ich ihm helfen könne. Bei ein solchen Einladung sage ich natürlich nicht nein.

Mir gegenüber saß eine jungen und zu dem noch sehr attraktive Latina. Am Anfang habe ich sie wenig beachtet, weil ich schwer mit den Listen zu kämpfen hatte und nicht immer alle Name lesen konnte. Aber nachdem sie sich mehrfach zu mir umgedreht hat, wurde auch ich auf sie aufmerksam.

Um das ganze etwas abzukürzen: Später, als ich wieder viele Probleme beim Lesen der Spielername hatte, kam sie um den Tisch herum und fragte mich irgendetwas. Vielleicht sogar ob sie mir helfen kann. Leider habe ich aber nicht mal ein einziges Wort verstanden. Nach ihrer dritten Wiederholung des Satzes, drehte sie sich um und ging. Ich könnte mich in der Arsch beißen, dass ich nichts verstehe. Endlich werde ich von Einheimischen angesprochen und es ist kein alter Opa wie bei Annika, sondern eine super geile schöne Frau und ich versteh nur spanisch. Schade, aber war soll’s Esmeraldas ist klein und vielleicht trifft man sich später nochmal. Ansonsten haben natürlich andere Väter auch schöne Töchter.

Unsere Spiele, es waren insgesamt 5, haben wir bis auf eins gewonnen. Hier ein paar Bilder von den Spielen.

'Fußballspiel' von Enrico

'Fußballspiel' von Enrico

'Fußballspiel' von Enrico

'Fußballspiel' von Enrico

'Fußballspiel' von Enrico

Und wie immer findet ihr in meiner Bildersammlung noch viel mehr von den Bildern.

Arbeiten am Colegio

Zur Zeit arbeite ich ja nachmittags am Colegio “Nuevo Ecuador”. Ich arbeite da mit Luis Palma zusammen und gebe Internetunterricht. Es macht Spaß jeden Tag 3 bis 4 Klassen zu haben. Alle haben eine Klassenstärke von mindesten 30 Schülern. In den ersten Tage musste ich viel über Deutschland erzählen und zwischendurch auch immer wieder auf deutsch reden. Die finden das immer sehr lustig.

Nur endlich möchte ich euch ein paar Bilder vom Colegio präsentieren.

'Colegio Nuevo Ecuador' von Enrico

'Colegio Nuevo Ecuador' von Enrico

'Blick auf den Innenhof' von Enrico

Weiter Bilder findet ihr wie immer in meiner Bildersammlung.

Busse sind umwerfend

Wieder einmal eine schöne Geschichte zum Thema “Mit dem Bus fahren”. Wie schon im letzten Bericht erwähnt ist das Bus fahren hier besonders interessant.

Ich bin heute wieder einmal mit dem Bus vom Colegio nach hause gefahren. Auch diesmal war es ein Wettrennen mit allen anderen Bussen hier in Esmeraldas. Ob wir gewonnen habe, weiß ich nicht genau ist aber auch nicht so wichtig. Jedenfalls stieg heute eine ältere Dame in den Bus ein und kaum dass sie die letzte Stufe des Einstiegs verlassen hat, tritt der Busfahrer voll aufs Gaspedal.

Klar das die alte Dame keine Chance hatte sich rechtzeitig hinzusetzen. Es war Glück, dass in ihrer Nähe 2 kräftige Herren waren und die torkelnde Dame auffingen, sonst wäre sie der Länge nach voll in den Gang gefallen.

Interessanterweise beschwerte sich keine der Passagiere. Es ist halt hier normal, dass wir ständig auf der Flucht sind.