Sorglosigkeit

Nochmals bezugnehmend auf den ersten Bericht über Rücksichtslosigkeit von Annika, dem folgendem Bericht von Tim und meinen, möchte ich heute ein weiteren Gedanken loswerden.

Die große Frage die ich mir bei solchen Unterschieden stelle, ist: Warum sind wir wie wir sind und die anderen ganz anders?

Ich glaube zwar nicht, dass mein Erklärungsversuchs das absolute Gelbe vom Ei ist. Aber ich glaube schon, dass das ein Funken Wahrheit drin ist.

kein Wasser

Seit 3 Tagen gibt es jeden Abend kein Wasser und jedesmal vergesse ich rechtzeitig auf die Toilette zu gehen. Es ist zwar nicht so schlimm, denn wir haben immer einen großen Behälter mit Wasser direkt zwischen WC und Dusche stehen, wo man das benötigte Naß herausschöpfen kann, aber trotzdem ist es umständlich.

Gestern war ich wiedermal, kurz vor dem „zu Bett gehen“ auf Toilette und hatte wegen zu wenig Wasser die Toilette verstopft. Dann musste ich extra meinen Gastvater bitten das Pumpsystem anzustellen. Das war ein bisschen peinlich.

Auch das Duschen gestaltet sich mit geschöpften Wasser etwas umständlich, denn man hat dabei ja immer den Duschvorhang offen, um aus dem Behälter das Wasser zu holen. Man muss dabei immer aufpassen nicht das halbe Bad unter Wasser zu setzen.

Berg auf, Berg ab

Anders als der Titel vermuten läßt, meine ich in diesen Zusammenhang nicht Wander‑ oder Trekkingtouren. Mir geht es in diesem Bericht viel mehr um das ständige „Berg au und Berg ab“ in meinem Gefühlsleben.

Zur Zeit geht es wieder, aber letzte Woche am Freitag habe ich eine letzte Mail von meiner Freundin erhalten, in der sie das definitive Aus unserer Beziehung mir mitteilte.

Es kam für mich nicht super überraschend, denn die ersten Zweifel kündigte sie an meinem Geburtstag an, aber trotzdem hat es mich sehr traurig gemacht. Gerade in dieser extremen Situation, wo man alleine in einem fremden Land ist, weit weg von Freunden und der Familie, schmerzt ein solcher Verlust um so mehr.

Natürlich fragt ihr euch jetzt wie so etwas kommen kann und warum sie nicht wenigsten bis nach der Zeit von Ecuador gewartet hat. Ich kann und will euch nicht alle Details erzählen. Nur so viel solltet ihr wissen. Wie in jeder anderen Trennung gibt es auch bei unserer ganz, ganz viele Punkte die dazugeführt haben, von Vorwürfen, über Zweifel bis hin zu Missverständnissen.

Ich kann nur so viel sagen, so wie sie es gemacht hat ist es aus ihrer Sicht das Beste und mir gibt es Zeit durch die vielen Ablenkungen hier schneller durch das Tief der Trennung zu gehen.

Update 26. November:

Foto meiner Ex-Freundin entfernt

Ein Kind mehr

Am Sonntag war ich mit meiner Familie an einem Fluß ganz in der Nähe von Esmeraldas. Es war super heiß und deshalb haben wir beschlossen uns im Fluß etwas zu erfrischen.

Dabei konnte ich ein sehr nette Geschehen beobachten. Sicherlich wisst ihr jetzt schon von was ich rede, oder? Jedenfalls war es sehr lustig mit anzusehen, wie ein Pärchen  im Wasser aufeinandersitzend sich paarten. Man muss wohl dazu sagen, dass die Freundin sich in dieser Zeit dezent 5 Meter weiter weggesetzt hat. Außerdem war das Wasser gerademal knietief.

Auch kan man dieser Verhalten besser verstehen, wenn man mal in Ecuador gelebt hat, bzw. in einer Familie gelebt hat, denn hier gibt es anders als in Deutschland weder geschlossene Türen noch eine andere Art von Privatsphäre. Dadurch ist es wohl gut nachvollziehbar, dass Verliebte sich andere Alternativen suchen.

Ich hätte aber nicht gedacht, dass diese Alternative ein viel besuchter Fluß sein würde.