Wieder ein Umzug

Es ist zwar schon eine Woche her, aber trotzdem möchte ich euch davon erzählen. Vor einigen Wochen habe ich meine Gastmutter erzählt, dass ich mit der jetzigen Situation nicht zu zufrieden bin. Ich fand es nicht gut, dass sie mich total ignorierten, nicht mit mir sprachen und eigentlich überhaupt keine Zeit für mich hatten.

Mein Sprachdefiziet wurde immer schlimmer und ich musste meine Freizeit komplett selber gestalten. Dass mit der Gestaltung war nicht schwer, schließlich habe ich das in Deutschland seit 8 Jahren auch selber hin bekommen und hier gibt es einfach viel zu entdecken, aber warum sprachen sie nicht mit mir? War ich etwas nicht gut genug für sie? Wollten sie mich nicht? Ich weiß es leider nicht genau. Ich glaube, es war die einzige Familie die überhaupt einen so “alten” Volontaer haben wollte wie mich.

Auf jeden Fall versuchte ich meine Situation und meine Unzufriedenheit darüber auszudrücken und ich glaube, sie haben es auch verstanden. Aber an der Situation änderte sich erstmal nichts.

Konzentrationsschwierigkeit

Dieses Wochenende hatten wir unsere 2. Reunion. Dieses mal sind wir nicht nach Santo Domigo gefahren, sondern nach Tonsupa ganz in der Nähe von Atacames. Auch waren dieses mal nicht die anderen aus Quito mit dabei, sondern wir waren nur zu fünft, also Emma, Camilla, Frixon (unserer lokaler Koordinator) und ich, später kam dann noch Sybille hinzu.

Wie immer bei solchen Treffen wird viel über unsere Situation in der Familie und in unserem Projekten geredet. Zusätzlich werden kleine oder auch größere Aufgaben gelöst. Wir mussten z.B. einen Fragentest machen, in dem 12 Fragen über Ecuador auf uns warteten. Natürlich haben Sybille, sie hat ihren ecuadoranischen Freund zwischendurch angerufen, und ich gewonnen. Bis heute warten wir noch auf unseren versprochenen Gewinn.

Jedenfalls hatten wir wieder sehr viel zu tun, doch leider konnte ich mich am Samstag auf nichts richtig konzentrieren. Ich habe kein einziges Wort verstanden und dabei haben sich Frixon, der alles auf Spanisch erzählte, Camilla und Emma, die es dann mit Englisch versuchten, wirklich viel Mühe gegeben. Es war für mich total schwierig ihnen zu folgen und Sybille war noch nicht da, um mir mit Deutsch zu helfen. Es war super seltsam, ich habe einfach nichts übersetzen können. Selbst die einfachsten Wörter habe ich zwar gehört aber ich konnte sie nicht übersetzen. Es war als könnte ich die Sprache nicht, weder Englisch noch Spanisch und selbst das Reden fiel mir schwer.

Später kam dann Sybille und sie hat mir alles ins Deutsche übersetzt, aber selbst da fiel es mir noch schwer Antworten auf die gestellten Fragen zu finden. Ich konnte nicht einmal im Deutschen etwas schreiben, um es dann ins Spanische zu übersetzen. Es ging einfach garnichts. Ich war total frustriert und wütend auf mich. Mir kamen dann sogar die Tränen, weil nichts funktionierte und ich so wütend auf mich war.

Später sind wir dann noch nach Atacames in eine Strandbar gegangen, aber ich hatte durch die Ereignisse tagsüber einfach zu nichts richtig Lust. Ich wollte mich am liebsten im Hotelzimmer verstecken und alleine sein. Die anderen gaben sich wirklich viel Mühe mit mir, aber je mehr sie versuchten mich aufzumuntern um so trauriger wurde ich darüber. Alles ging mir viel zu schnell, selbst das reden auf Deutsch war total anstrengend.

Zum Glück wurde es am nächsten Tag viel besser. Es machte dann auch wieder Spaß mit den anderen auf Englisch und auf Spanisch zu reden.

Statistikbilanz

Seit ich am 4. April 2006 meine Tagebuch eröffnet habe und ich am 13. April den ersten Text geschrieben habe, haben mich bis letze Woche 2222 Internetbenutzer besucht.

Aus diesem Grund habe ich meine Statistikseite für euch freizugänglich gemacht Ich könnt euch mit dem Benutzernamen “gast” und dem Kennwort “ecuador” ganz einfach anmelden und selber auf Entdeckungsreise gehen. Ich hoffe sie ist für euch genauso interessant wie für mich. Ich schaue regelmäßig vorbei. Interessant finde ich immer unter welchen Suchbegriffen mich die einzelnen Leute gefunden haben und aus welchen Ländern sie kommen. Klar die meisten sind aus Deutschland, aber auf den Vereinigten Staaten sind immerhin noch 14% und aus Ecuador ganze 8% Besucher bei mir aufgetaucht.

Danke an alle die regelmäßig einen Besuche auf in mein Tagebuch wagen und weiter so. Empfehlt mich auf jeden Fall weiter, damit noch noch bis zum Ende meines Aufenthaltes hier in Ecuador die 5000er Marke erreiche.

verschlafenes Wochenende

Letztes Wochenende wollte ich eigentlich mit Julia nach Canoa fahren, jedenfalls hatten wir es so am Freitag besprochen. Doch wie immer hier in Ecuador kamm man sich auf nichts verlassen und es kommt immer anderes als man denkt.

Irgendwie kann ich mich nicht mit dem Warten und der Spontanität anfreunden.

Wie gesagt geplant war ein Trip nach Canoa. Aber der wurde aus technischen Gründen erstmal von Samstag auf Sonntag verschoben. Da ich mit Julia abgesprochen habe, dass sie sich bei mir melden wird, habe ich den gesamten Samstag im Bett gelegen, ferngesehen und auf den Anruf gewartet. Der kam dann so gegen 4 Uhr nachmittag. Wir sind dann aber abends nach Atamaces gefahren und haben mit Camilla und Emma undein paar Freunden von Julia in einer Strandbar relativ viele Tequilas getrunken, viel geredet und ein bisschen zu spätere Stunden getanzt.

'Emma und Camila' von Enrico

Wie vorauszusehen war natürlich der geplante Abfahrszeitpunkt am Sonntag morgen nicht einzuhalten. Und auch am Sonntag wartet ich bis zum Nachmittag auf einen Anruf von Julia bis ich erfahren habe, dass wir nicht mehr nach Canoa fahren. „Aber wir könnten ja immer noch am Montag nach Mompiche fahren oder wo anderes hin.“ sagte sie dann am Telefon. Dazu muss man sagen am Montag war frei. Sonntags haben wir es aber tatsächlich geschafft nochmals nach Atacames zu fahren. Leider habe ich dort mein Handy verloren. Was ich dann abends zu hause erst gemerkt habe.

Somit konnte mich Julia am Montag nicht zu hause anrufen, da sie ja nicht wusste, dass ich kein Handy mehr hatte. Auch die anderen, die mich am Montag versuchten zu sprechen, wurden mit einer Absage durch meinen Telefonanbieter abgespeist. Also wurde am Montag auch nicht viel gemacht. Ich bin dann nur abends zum Volleyball gegangen.

Dafür das wir 3 Tage in Canoa bleiben wollte, sind dann letztendlich nur 2 mal Atacames und einmal Volleyballs spielen geworden. Ich finde es eine traurige Billanz.

Am Äquator

Letzte Woche war ich ja, wie berichtet, mit meinen chicas in Quito und wir habe da natürlich auch den Äquator besucht. Naja, eigentlich liegt der Äquator ja nich genau dort wo sie “la Midad del Mundo” errichtet habe, sondern ca. 280 Meter nördlicher. Aber wen stört das schon. Schließlich ist man ja in der Nähe und da man hier in Ecuador alles nicht so genau nimmt, passt das schon. Hier also ein paar Bilder von Äquator.

Unabhängigkeit Ecuador von Columbien

Am 10. August feiert ganz Ecuador seine Unabhängigkeit. An diesen Tag trennen sich Columbien und Ecuador. Dazu habe ich von Neues unter der Äquatorsonne einen Ausschnitt aus ihrem Potcast vom 09. August 2006 für euch hier zusammengestellt.

Hier ziehmlich ausführlich erklärt wie es zur Unabhängigkeit Ecuadors gekommen ist.

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4 Tage in Quito

Nur kurz zwischendurch: Vom letzten Freitag bis gestern, Dienstag waren wir, also Sybille, Emma, Camilla und ich, in Quito. Eigentlich wollten wir nur bis Montag bleiben, aber wie immer ist es anderes gekommen als geplant. Auch das AFS ist davon ausgegannen, dass wir nur 3 Tage und nicht 5 in Quito bleiben.

Als erstes einmal, warum haben wir unsere Organisation angelogen und sind länger als wir durften in Quito geblieben? Es ist so, unser Koordinator vor Ort gibt uns immer das Gefühl, dass wir ihm viel Arbeit machen. Wir dürfen ohne weitere Angaben für 3 Tage verreisen, wenn unsere Gastfamilie und unsere Arbeit Bescheid wissen. Wir müssen dann nur ein Formular ausfüllen in dem wir angeben wie lange wir weg sind und wohin wir fahren.

Falls wir aber länger als 3 Tage unterwegs sein wollen, dann müssen wir ein Formular für die Arbeit ausfüllen lassen und wieder selber eins ausfüllen. Zusätzlich müssen wir vorher mit der Hauptstelle in Quito klären ob wir überhaupt fahren dürfen. Das Sinn eines Wiederspruches ist mir zwar unklar, aber wir müssen halt alle erstmal fragen.

Da Frederico leider nicht immer erreichbar ist, ist es nicht so leicht so was kurzfristig zu machen. Eine kleine Annektode am Rande, um euch das besser zu verdeutlichen. Emma wollte ihr Projekt wechseln. Warum ist jetzt nicht wichtig. Sie verabredete sich mit Frederico für den nächsten Tag. Aber dieser erschien nicht, sondern verschob das Ganze auf einen anderen Tag. Das hört sich jetzt nicht super spektakulär an, wenn man aber berücksichtigt, dass es immer so ist und das ein Projektwechsel nicht unbedingt ne Kleinigkeit ist, dann ist das nicht nett. Selbst für das Ausfüllen des Formulars für Quito haben wir ganze 2 Stunden gewartet. Ich habe ja schon mal auf die Wartementalität in Ecuador hingewiesen. Es ist also besser, nicht viel Aufwand zu betreiben und einfach zu sagen: „wir fahren von Samstag bis Montag“ statt ehrlich anzugeben dass wir von Freitag Nachmittag bis geplanten Montag Nachmittag zu fahren.

Warum sind wir länger als Montag geblieben und warum überhaupt bis Montag und nicht von Freitag bis Sonntag? Das liegt an Sybille. Sie hatte sich im Dschungel ne allergische Reaktion auf einen Instektenstich geholt und ist zu einen Arzt der Holländischen Botschaft gegangen. Gott sei dank, kann ich sagen die Allergie ist weg. Emma hatte aber gleichzeitig eine böse Nagelbettentzündung seit fast 2 Wochen am Fuß und als sie es dem Arzt zeigt, meine er sie solle eine Antibiotika-Kur machen und morgen wiederkommen. So mussten wir also alle einen Tag länger in Quito bleiben. Aber auch das war nicht super schlimm, denn schließlich hat Quito super viel zu bieten. Ihrem Fuß geht es übrigens wieder viel besser.

Was wir alles in Quito dann so erlebt haben, schreibe ich später detailiert.